Wären Aliens so dumm, eine

Dyson Sphäre

zu bauen?





Die Idee einer Dyson-Sphäre stammt ursprünglich aus dem SF-Roman STAR MAKER von Olaf Stabledon. Die Sphäre umschliesst ihren Stern komplett, um dessen gesamte Energie einzufangen. Durch den Physiker und Mathematiker Freeman Dyson wurde das Konzept 1960 einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Ursprünglich sprach Dyson von einer geschlossenen Hülle, ruderte später aber zurück und propagierte stattdessen Schwärme aus Satelliten.

Eine feste Hülle um den Zentralstern eines Sonnensystems ist nach heutigen Erkenntnissen mechanisch unmöglich und wohl auch für fortgeschrittene Zivilisationen wirtschaftlich nicht sinnvoll. So eine feste Kugel mit dem Durchmesser des Abstands Erde-Sonne würde die Masse des Jupiters benötigen und wäre trotzdem nur etwa 6 Meter dick. Die Haut einer Seifenblase erscheint dagegen im Größenvergleich deutlich massiver. Trotzdem würde der Stress durch Gravitationskräfte die Sphäre zerbrechen lassen.

Realistischer wäre eine Folie, die durch den Strahlungsdruck der Sonne quasi aufgeblasen würde. Sie müsste allerdings noch sehr viel dünner sein als Materialien, die zur Zeit für Sonnensegel getestet werden. Eine weitere Schwierigkeit ergibt sich daraus, dass eine geschlossenen Dyson-Sphäre durch keinerlei Kräfte an ihrem Ort gehalten wird. Kleinste Störungen lassen sie wegdriften. Die Aliens müssten also auch noch einen Antrieb einbauen, um Abdriften zu kompensieren.

Ein interessanter Effekt so einer Kugel auf Ihren Stern ergibt sich aus der Reflektion und Wärmestrahlung ihrer inneren Oberfläche. Trifft Strahlung auf einen Plasmaball, dehnt sich dieser aus. Die Strahlung verschiebt sich dabei zum Roten hin und der Druck im Inneren nimmt ab. Da der Stern nun seinen Brennstoff langsamer verbraucht, steigt seine Lebenserwartung an. Dieses Konzept wird von Astronomen auch als Star-Lifting bezeichnet. Wer weiß, vielleicht werden wir ja auch einmal unsere Sonne einer Verjüngungskur unterziehen müssen. 

Ihr seht also, es ist auch für Außerirdische gar nicht so einfach, die komplette Energie ihres Sterns zu ernten. Daher wird heutzutage unter einer Dyson-Sphäre so etwas wie ein Schwarm von Satelliten oder rotierende Ringsysteme verstanden. Mit den Möglichkeiten von Weltraumteleskopen sind derartige Strukturen ins Visier der Astronomen geraten. Sie sollten die Strahlung ihres Sterns dimmen oder flackern lassen und auch Wärmestrahlung abgeben. Gut geeignet für die Suche nach Dyson-Sphären sind Sterne vom Typ Roter Zwerg. Sie sind die häufigsten Sterne in der Milchstrasse, besonders klein. und ihre habitale Zone liegt sehr dich am Stern. Also beste Bedingungen für die extraterrestrische Bauindustrie.

Hat jemand von euch vielleicht den Roman STAR MAKER gelesen? Er stammt aus dem Jahr 1937. Wenn ja, schreibt es in die Kommentare.


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